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Nie wieder Krieg - Weltfriedenstag 2016

Nur wenige sind gekommen zum ehrenden Gedenken am Mahnmal beim Bad Doberaner Münster.

Warum eigentlich?

Dieser Tag des Gedenkens an die Toten und der Mahnung an die Lebenden:

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Geht er uns nichts mehr an?

Die Zeiten, in denen Krieg etwas war, das in fernen Ländern stattfindet, sind doch definitiv vorbei. Die Europäer erleben das, was uns eigentlich hätte Lehre sein sollen aus dem 2. Weltkrieg: Krieg lässt sich nicht begrenzen.


Die Spirale militärischer Gewalt beherrscht das öffentliche Denken und nicht genug damit,

  • dass immer noch und immer mehr deutsche Soldaten weit entfernt von Deutschland kämpfen und sterben;
  • dass selbst den Leichtgläubigsten allmählich bewusst sein sollte, dass sich Krieg nicht mit „noch mehr Krieg“ verhindern lässt;
  • dass ebenso klar ist, dass die sogenannte „Terrorbekämpfung“ neuen Terror gebiert,


bekräftigt die Bundesregierung im neuesten Weißbuch, dass „internationale Verantwortung“ mit „militärischen Verpflichtungen“ einhergeht und sie diese noch ausweiten will - pervertiert den Begriff der internationalen Verantwortung als Synonym für militärische Gewalt!

Längst vergessen ist anscheinend Artikel 26 unseres Grundgesetzes:

„ Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“

und vergessen auch, dass damit nach dem 2. Weltkrieg die Friedfertigkeit Deutschlands festgeschrieben werden sollte.

"Der Regen von gestern macht uns nicht nass sagen viele.

Diese Abgestumpftheit ist es,
die wir zu bekämpfen haben,
ihr äußerster Grad ist der Tod.
Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote,
wie Leute, die schon hinter sich haben,
was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen.

Und doch wird nichts mich davon überzeugen,
dass es aussichtslos ist,
der Vernunft gegen ihre Feinde beizustehen.
Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen,
damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde!
Lasst uns die Warnungen erneuern,
und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!
Denn der Menschheit drohen Kriege,
gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind,
und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden."

Aus: Bertolt Brecht: Das Gedächtnis der Menschheit, 1952

Ehrendes Gedenken am Mahnmal Münster Bad Doberan