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Kühlungsborn: Wie wird aus einer Idylle eine Mondlandschaft?

Ein Sonnabend im September, Kühlungsborn, Schloßstraße:

Pflegearbeiten

sind zweifellos notwendig.

Ich kritisiere allerdings die Art und Weise, in der diese Pflegearbeiten durchgeführt werden:

Seit Jahren überwuchern die Rohrkolben so ziemlich alles andere; leider auch die wenigen Sumpf- und Moorpflanzen, die die Verlegung der Cubanze und die Errichtung des Hochwasserschutz-Bauwerks überlebt haben.

Doch wie jeder Hobbygärtner weiß, ist es wenig sinnvoll, wuchernde Pflanzen lediglich abzuschneiden, wie es hier geschah:

damit erreicht man genau das Gegenteil. Da muss man sich schon ein bisschen Arbeit machen und diese Pflanzen ausreißen bzw. ausgraben.

Wenn schon Bagger eingesetzt werden, sollten diese vom Uferbereich aus arbeiten. Hier waren Bagger mit langen Armen eingesetzt; trotzdem fuhren sie munter flächendeckend hin und her - um den eh` schon schweren Boden noch weiter zu verdichten und auch noch die letzten Kleinlebewesen zu vernichten?

 

  

Das abgeschnittene Material muss ein paar Tage liegenbleiben, um mitgenommenen Tieren die Möglichkeit zu geben, neue Unterschlupfmöglichkeiten zu finden. Hier wurde alles sofort abtransportiert. Übriggelassen wurden nur abgestorbene Pflanzenteile und Modder.

 

Gerade das hätte entfernt werden müssen!

Um Tiere und Pflanzen zu schonen, solltenTeilflächen als Rückzugsgebiete und zur Wiederbesiedelung erhalten bleiben. Das würde auch die Fläche nicht gar so entsetzlich aussehen lassen.

Hier wäre es sogar noch einfacher: Statt des aufwendigeren Teilschnittes könnten die beiden Teilfläches des Hochwasserschutzes zeitlich getrennt voneinander bearbeitet werden.

Der Zeitpunkt - Anfang September - ist sehr früh, insbesondere in Anbetracht des eher hochsommerlichen Wetters!

Kühlungsborn vertut die Chance auf ein Biotop

Aus dem Hochwasserschutz-Bauwerk hätte sich ein Biotop entwickeln können. So wurde es auch von der Stadtverwaltung damals angepriesen. Die Natur war auf dem besten Weg! Doch durch die schon in den vergangenen Jahren unsachgemäß durchgeführten Arbeiten vertut Kühlungsborn diese Chance! Schon jetzt gibt es kaum noch Vielfalt; Frösche und Libellen sind sehr selten geworden.

Soviel zum Naturschutz, aber diese Arbeiten wurden nicht in einer Einöde durchgeführt.

Ringsum leben tatsächlich Kühlungsborner.

Und diese Kühlungsborner sind sowieso schon übermäßig belastet durch den Verkehrslärm der Landesstraße - meint unsere Stadtverwaltung, deswegen wäre zusätzlicher Lärm von Baggern und Motorsensen am Samstagmorgen ab 7 Uhr auch nicht so tragisch?

Tjaa - Pech gehabt: Kein großes Hotel in der Nähe, das Lärmschutz für seine Gäste einfordert (und regelmäßig auch erhält)...

Abgesehen davon sind aber nicht nur Kühlungsborner entsetzt. Kommentar einer Urlauberfamilie am Sonntag: " Vorgestern war es hier doch so idyllisch. Deswegen sind wir nochmal hergekommen und jetzt sieht`s aus, als hätten hier Vandalen gehaust!"

Kühlungsborn- Schloßstraße: Vor und nach den "Pflegearbeiten"

Anmerkung

Ich habe schon vor Jahren die Stadt darauf hingewiesen, dass hier einiges nicht richtig läuft ( s. dazu auch hier: Eine Spur der Verwüstung ). Mir wurde damals gesagt, man würde darauf achten. Dieses Jahr wurde aber alles nur verschlimmert!